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Mein Geburtsbericht: Ist das Experiment „Schmerzfreie, natürliche und selbstbestimmte Geburt“ geglückt?

Da bin ich endlich! Erst einmal danke ich dir, dass du so geduldig (oder vielleicht auch weniger geduldig) gewartet hast. Ich bin seit zehn Tagen Mami von meinem kleinen Bauchwunder Liam. In diesem Artikel berichte ich dir (Endlich!) von meinem Geburtserlebnis. Ist mein Experiment geglückt? Warum am Ende alles anders kam, als gedacht und wie es mit meinem Blog weiter geht, liest du hier…

Wir (meine Hebamme und alle Herzensmenschen um mich herum) waren uns sicher, dass der kleine Liam schon vor dem errechneten Termin (25. September 2016) auf die Welt kommen würde. Er war ja (wie die Ärztin bei jedem Termin deutlich hervorhob) eher groß und kräftig und auch das CTG ließ darauf schließen, dass der kleine Mann total reif und deshalb eher früher als später kommen würde. Naja… sagen wir es mal so: Es folgte die größte Geduldsprobe meines Lebens – darüber schreibe ich aber nochmal einen extra Artikel. Zurück zu meinem Geburtserlebnis. Da es das intensivste Erlebnis meines Lebens war entschuldige bitte, dass es ein etwas längerer Artikel geworden ist. Ich beschreibe dir nicht nur den Ablauf, sondern schaue mit dir auch auf die drei Fragen:

  1. War eine schmerzfreie Geburt für mich möglich?
  2. War eine natürliche Geburt für mich möglich?
  3. War eine selbstbestimmte Geburt für mich möglich?

Wie versprochen, schreibe ich dir ehrlich und offen, was ich erlebt habe. Auch wenn das meinem Ego an der ein oder anderen Stelle gar nicht so leicht fällt 😉



Es geht ENDLICH los: Aus den Übungswellen werden richtige Wellen

Ich hatte ja schon nicht mehr dran geglaubt, aber am ganz frühen Morgen des 3. Oktober 2016 war es endlich soweit und die „echten“ Wellen (Wehen) haben gegen 2.30Uhr eingesetzt. Ich hatte seit über zwei Wochen sehr regelmäßige Übungswellen ca. alle 5-10 Minuten (bei denen wurde der Bauch total hart und es gab einen Druck nach unten). Ich fragte mich immer, woran ich wohl die richtigen Wellen erkennen würde.

Anders als in den Wochen zuvor, wachte ich von den richtigen Wellen direkt nachts auf. Der Druck war so intensiv, dass ich intuitiv wusste „Es geht los!“. Ich war so voller Freude, dass an Schlaf nicht mehr zu denken war. Ich verbrachte den Rest der Nacht damit, die Abstände zu messen. Erstaunlicherweise gingen diese ziemlich schnell von 20 auf 15, 10, 8 und letztendlich 5-7 Minuten. Jede Welle fühlte sich intensiv, aber nicht schmerzhaft an und ich konnte sie genauso veratmen, wie ich es mir vorgestellt hatte (meine Vorbereitungen zum richtigen Atmen findest du hier). Dazwischen entspannte ich mich und freute mich auf alles was so kommen würde.

Am Morgen weckte ich meinen Mann und meine Mama und wir verbrachten noch einen entspannten Vormittag gemeinsam zu Hause. Ich kam so gut mit den Wellen zurecht, dass ich erst einmal gar keine Unterstützung brauchte. So hatte ich mir das all die letzten Wochen vorgestellt. Zur Sicherheit machte ich den „Heiße Dusche Test“ und nachdem die Wellen hier noch viel intensiver wurden warteten wir entspannt, bis der Abstand regelmäßige drei Minuten erreicht hatte. Dann ging es in den Kreißsaal. So weit, so gut….

Ein Ozean voller Wellen,…

An dieser Stelle muss ich ganz kurz mal berichten, was mich wirklich absolut überrascht hat. Alle Hebammen und Ärzte, die mich betreut haben, hatten sich mit meiner Geburtswunschliste beschäftigt und ich habe mich von Anfang an total wahr- und ernstgenommen gefühlt. Es hat sich also gelohnt, im Vorfeld so viele Termine (Geburtsvorbereitungskurs, Akupunktur und nach dem errechneten Termin mehrere Untersuchungs- und CTG Termine) direkt im Kreißsaal zu haben. Das kann ich dir also tatsächlich nur empfehlen, wenn du dein Baby ebenfalls im Krankenhaus zu Welt bringen möchtest. Ich kannte viele Gesichter um mich herum und habe mich dadurch total vertraut und sicher gefühlt. Ohne Ausnahme waren alle voll und ganz auf eine natürliche Geburt eingestellt und unterstützten mich in all meinen Vorhaben. Das hatte ich ja doch ganz schön angezweifelt im Vorfeld. Zurück zur Geburt.

Ich saß also ziemlich ruhig in einem der Vorbereitungszimmer und sowohl die Ärzte, als auch die Hebammen konnten nicht wirklich glauben, dass ich so entspannt war. Das CTG zeichnete bereits sehr starke Wellen alle 2,5 Minuten auf. Die erste Muttermunduntersuchung (ich hatte zugestimmt, denn ich war einfach neugierig, wie weit der Prozess war), ergab eine Öffnung von 2cm. Das fand ich direkt seltsam, denn die Wellen waren schon sehr intensiv und das seit knapp 12 Stunden. Ich durfte wieder nach Hause, denn ich wollte nicht im Krankenhaus bleiben. Ich sollte wiederkommen, wenn die Wellen weiter an Intensität zulegen, oder die Fruchtblase platzen würde.

Der Prozess änderte sich von einer Minute zur nächsten

Was die nächsten 10 Stunden passiert ist, beschreibe ich so kurz und knapp wie möglich. Zu Hause legten die Wellen tatsächlich von jetzt auf gleich enorm an Intensität zu. Sie kamen auf einmal alle 1-2 Minuten und zwar so heftig, dass ich sie weder veratmen noch vertönen konnte. Ich konnte auch nichts mehr essen und kaum etwas trinken. Ich war ziemlich verwirrt, denn ich konnte nichts von alledem anwenden, was ich im Vorfeld vorbereitet hatte und was bereits den gesamten Vormittag so gut geklappt hatte. Ich fühlte mich auf einmal so unwohl, dass wir nach eineinhalb Stunden zurück in den Kreißsaal gefahren sind.

Frage 1: War eine schmerzfreie Geburt für mich möglich?

Was sich bereits bei der ersten Muttermunduntersuchung seltsam angefühlt hat, blieb auch den Rest der Geburt so – der Muttermund öffnete sich einfach, trotz dieser heftigen Wellen (die sich noch intensiver anfühlten, als ich mir die letzten Geburtswellen vorgestellt hatte), nicht weiter. Die Frage „Habe ich eine schmerzfreie Geburt erlebt?“ muss ich leider ehrlicherweise mit „Nein“ beantworten. Ich spürte trotz dieser (sehr schmerzhaften) Intensität einen Stillstand in meinem Körper.

Zu diesem Zeitpunkt nutzte ich die einminütigen Pausen, die mir blieben, um nach gedanklichen Blockaden Ausschau zu halten. Ich fand aber keine. Ich war absolut bereit, mein Baby zur Welt zu bringen. Dann zeigte sich bei der nächsten Untersuchung, dass sich das Köpfchen des Kleinen, welcher die letzten Wochen tief und fest im Becken gesteckt hatte, wieder gelöst hatte. Wir waren ratlos. Ehrlich gesagt (auch wenn es mir schwer fällt) konnte ich diese intensiven Wellen kaum noch aushalten. Schmerzmittel wollte ich trotzdem nicht.

Ich versuchte zu jedem möglichen Zeitpunkt, eine Verbindung zu mir selbst herzustellen, um irgendwelche Bauchgefühle wahrnehmen zu können, was hier los war und was jetzt richtig und wichtig für mein Baby und mich war. Es hat lange gedauert, aber dann kam die Eingebung kurz vor Mitternacht – meine Intuition meldete sich endlich!

„Wenn du nicht durch das Becken passt, dann komm bitte einfach nicht!“

Ein kurzer Rückblick: Du erinnerst dich vielleicht an meinen Bericht über die Ärztin, die gern von vornherein einleiten wollte (hier kannst du ihn nochmal lesen). Sie hatte mich nach dem errechneten Termin noch einmal in den Kreißsaal zur Untersuchung geschickt. Ich hatte Glück, denn der Oberarzt war nicht nur herzlich, sondern konnte mir auch kompetent kurz und knapp erklären, wie die Situation war. Liam wurde auch im Kreissaal vorab auf über 4300 Gramm geschätzt. Soweit kein Problem, aber das Köpfchen und die Schultern wurden mit einem sehr großen Umfang im Ultraschall gemessen. Der Arzt erklärte mir, dass es passieren kann, dass der Kleine zwar bis in die Geburtsphase kommt, dann aber entweder mit dem Köpfchen oder spätestens mit der Schulter feststecken bleiben könnte, was eine Zangengeburt zur Folge hätte. Diese würde nicht nur traumatisch sein, sondern auch sehr wahrscheinlich mit orthopädischen oder schlimmeren Schäden enden. Ich verstand alles, was er sagte und wir einigten uns darauf, dass ich es mit einer natürlichen Geburt versuchen würde, aber einem Kaiserschnitt zustimme, falls es medizinisch notwendig sein sollte. Ehrlich gesagt war ich mir zu diesem Zeitpunkt immer noch total sicher, dass alle sich irren. Dennoch nahm ich mir an diesem Abend Zeit, mich in einer Meditation mit Liam zu verbinden. Ich habe ihm gesagt, dass er bitte einfach nicht kommen soll, wenn er nicht durch das Becken passt und wir ihn dann per Kaiserschnitt holen würden, bevor etwas schlimmeres passiert.

Kurz vor Mitternacht erinnerte ich mich auf einmal an diese Meditation. Ich hatte sie schon wieder total vergessen, denn mein Ego und ich waren uns sicher, dass alles genauso natürlich und einfach kommen würde wie gewünscht und geplant. Auf einmal aber war es mir dann aber so klar, wie es nur sein konnte.

… der Muttermund öffnete sich auch nach 22 Stunden nicht…

… das Köpfchen ist wieder aus dem Becken raus gerutscht…

… ich konnte mich seit über 10 Stunden nicht mehr auf mich konzentrieren…

… ich fühlte sehr große Schmerzen, die für mich nicht auf einen normalen Prozess hindeuteten…

… ich fühlte einfach seit 10 Stunden kein positives Zeichen oder Gefühl, dass irgendetwas natürlich voran gehen würde…

Ich habe ihm ja gesagt, er soll nicht kommen, wenn er nicht durch das Becken passt und er schickte mir die ganze Zeit ein Signal nach dem nächsten. Als erstes berichtete ich meiner Mama davon, dann der Hebamme. Bereits in der ersten Sekunde, als ich es aussprach merkte ich, dass ich mich entspannte. Da war es endlich, das positive Gefühl. Tatsächlich kam es, als ich den Kaiserschnitt (von mir aus und ohne Drängen von Ärzten oder Hebammen) in Erwägung zog. Ich hatte meinen Weg wieder gefunden und fühlte mich direkt viel wohler.

Was dann mit meinem Ego abging, kannst du dir sicher denken. Da schreibe ich über zwei Monate über die natürliche und einfache Geburt, weiß dass so viele liebe Leserinnen gespannt auf meinen Bericht warten und dann soll es am Ende ein Kaiserschnitt werden? Ja, trotz dieser intensiven Schmerzen hab ich noch Kraft gefunden darüber nachzudenken 😉

Frage 2: War eine natürliche Geburt für mich möglich?

Die zweite Frage „War eine natürliche Geburt für mich möglich?“ kann ich also auch nur mit „Nein.“ beantworten. Dank meines Vorgesprächs mit dem Oberarzt und den geschätzten Werten von Kopf, Schulter und Gewicht war ein Kaiserschnitt (anders als sonst) sofort möglich. Ich wurde von niemandem gedrängt. Dass aber alle direkt zugestimmt haben ist (wie sich im Nachhinein herausgestellt hat) ein Zeichen gewesen, dass sich alle sicher waren, dass ein Kaiserschnitt früher oder später medizinisch notwendig war.

Ich wartete eine letzte Muttermunduntersuchung ab und als auch diese keinen Fortschritt zeigte war klar, dass ich mich nach einem erneuten Gespräch mit dem Oberarzt für einen Kaiserschnitt entschied. Mein Gefühl sagte mir, dass die Geburtsphase (sollte ich sie denn irgendwann mal erreichen) nicht ohne Komplikationen ablaufen würde, sollte ich überhaupt Kraft für irgendwelche intensiven Geburtswellen haben.

Mein kleiner Schatz kam somit nach 22h intensivster Wellen gesund, munter und vor allem unverletzt per Kaiserschnitt auf die Welt. Fünf Minuten später war klar: Mein Bauchgefühl hatte Recht. Nicht nur das Köpfchen hatte einen Umfang von 37cm, auch die Schultern waren mit 39cm Umfang außergewöhnlich breit vom Knochenbau. Auch die 4300 Gramm stimmten fast ganz genau. Alle im OP kamen zu mir und sagten, dass meine Intuition absolut Recht hatte. Er wäre mit sehr großer Wahrscheinlichkeit stecken geblieben.

Frage 3: War eine selbstbestimmte Geburt für mich möglich?

Diese Frage kann ich absolut mit „Ja!“ beantworten. Es ging mir direkt nach dem Kaiserschnitt und auch in den Tagen danach bis heute sehr gut mit der Entscheidung. Das liegt natürlich vor allem daran, dass sich bestätigt hat, dass es medizinisch notwendig und der gesündeste Weg für Liam und mich war. Ich bin stolz darauf, dass ich es ohne Schmerzmittel bis zum Kaiserschnitt ausgehalten habe, so dass der Kleine einen ganzen Tag intensive Wellen mitbekommen konnte ohne Beeinträchtigung. Schmerzmittel waren für mich zu keinem Zeitpunkt eine Option, da sie ja nichts an der grundsätzlichen Situation geändert hätten.

Für mich war die lange intensive Vorbereitung absolut hilfreich, da ich zu jedem Zeitpunkt ganz für mich allein entscheiden konnte, wie die Geburt verläuft. Ich konnte es bis zu einem gesunden Punkt auf natürliche Weise probieren und mich dann (trotz riesiger Egoproteste) darauf einlassen, dass ein anderer Weg medizinisch notwendig war.

Ist mein Experiment gescheitert?

Für mich ist es definitiv nicht gescheitert und ich glaube nach wie vor fest daran, dass eine natürliche, selbstbestimmte und einfache Geburt möglich ist. Ich kam nur leider nicht an den Punkt, dies komplett auszuprobieren. Das macht mich zwar ein bisschen traurig, da es aber am Ende darum geht, dass mein Baby gesund und munter ins Leben startet und auch mir nichts passiert, kann ich gut mit all dem leben. Die Offenheit für medizinische Eingriffe (sollten diese notwendig sein) gehörte eben auch von Anfang an mit dazu.

Ich möchte dich also auch weiterhin motivieren!!!
Nimm meinen Blog, nimm alle Artikel und probier es selbst aus! Es ist so wichtig, dass wir auf uns, unser Baby, unseren Körper und unsere Intuition hören. Dann können wir die größte Geburtsexpertin für uns selbst werden, unseren individuellen Weg erkennen und selbstbestimmt entscheiden. Egal ob natürlich oder medizinisch notwendig 🙂

Wie geht es jetzt auf diesem Blog weiter?

Erst einmal gönne ich mir jetzt ein entspanntes Ankommen mit meinem kleinen Schatz. Obwohl ich direkt schon einen neuen Blog starten könnte, denn das frische Mamisein und die erste Zeit nach der Geburt sind so intensiv, dass man eigentlich jeden Tag einen Artikel schreiben könnte. Ich nehme mir aber wie gesagt erst einmal Zeit für mich und mein kleines Bauchwunder, habe aber noch ein paar Themen im Kopf, die ich hier gern mit dir teilen möchte. Wie es danach weiter geht? Mal sehen was meine Intuition sagt 😉

Schau auf jeden Fall gern immer vorbei oder abonniere den Blog. Du findest die neusten Artikel natürlich auch wie gewohnt auf Instagram oder Facebook.

Ich danke dir von Herzen, dass du mich begleitet hast. Mich haben so viele tolle Mails erreicht, so viele liebe Kommentare und auch konstruktives Feedback. Das hat mich nicht nur tief berührt sondern mir auch gezeigt, dass es ein so wichtiges Thema für uns Frauen ist! Lasst und also gemeinsam weiter dran bleiben. Ich habe durch meine Recherchen tolle Geburtscoaches, Bücher, Blogs etc. kennengelernt. Wenn du Inspirationen für dich brauchst, schreib mir jederzeit gern. Auch wenn es bei mir am Ende nicht so gekommen ist, wie geplant, bin ich gern für dich und deine Geburtsvorbereitung da.

Von Herzen alles Liebe und bis in den nächsten Wochen.
Deine Franzi

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4 Gedanken zu “Mein Geburtsbericht: Ist das Experiment „Schmerzfreie, natürliche und selbstbestimmte Geburt“ geglückt?

  1. Hey liebe Franzi,

    Wow, dein Bericht hat mich wirklich berührt. Von Grinsen über Gänsehaut bis hin zu glasigen Augen war alles dabei! Danke, dass du dieses intime Ereignis mit uns geteilt hast. Ich kann mir vorstellen, dass es gar nicht so leicht war, das alles aufzuschreiben.

    Ich wünsche dir ganz viel Freude mit dem kleinen Liam. Melde dich, wenn ihr bereit für ein Mittagessen seid 😉

    Viele liebe Grüße, Jessi

    Gefällt mir

  2. Auch wenn es vorher anders gedacht, geplant und erträumt war, ist es jedoch ein prägendes Ereignes geworden was man auch in 100 Jahren noch im kleinsten Detail erzählen kann. Man vergisst es nie, egal wie es nun im Endeffekt gekommen ist. Das wichtigste ist, dass es auch Dir gut geht und natürlich dem Baby.
    Ich wünsche ich Euch eine grandiose Kennenlernzeit mit ganz viel Herz, Liebe und Kuscheleinheiten und bin gespannt wie es hier weitergeht. 😉

    Gefällt 1 Person

  3. Miriam Maschewski schreibt:

    Herzliche Glückwünsche zu deinem kleinen, gesunden Liam!
    Ich habe am 11.10. meine Tochter bekommen (spontan und ohne Komplikationen, Gott sei Dank!) Und habe bis dahin immer mal auf deine Seite geschaut, weil ich neugierig war, wie du deine Geburt erlebt hast. Ich hatte ja schon ein Mal einen Kommentar da gelassen und möchte dir sagen, dass ich es wirklich ganz toll finde, dass du so einen Draht zu dir hast und hier so ehrlich warst. Deine Aufrichtigkeit ist sehr mutig- noch eine großartige Stärke!
    Obwohl ich mich nicht so intensiv vorbereitet habe, hatte ich ein schönes Geburtserlebnis. Die Wehen setzen bei mir bei 40+6 plötzlich gg 22:30Uhr ein. Wir hatten noch den Geburtstag meiner Oma gefeiert. Ich hatte dort schon immer mal einen harten Bauch, allerdings schmerzlos und für mich nicht als Wehen erkennbar. Die Wehen begannen mit 5-7Min Abständen. Die Nacht war wie für mich gemacht- windstill, sternenklar und kühl. Mein Mann schlief und ich ging in den Garten und veratmete dort meine Wehen. Ich lief von der alten Eiche zur Birke zum Ahorn und wieder zurück und verschnaufte zwischendurch auf der Schaukel und lauschte den Geräuschen der nachtaktiven Tiere. Wenn mir kühl wurde, setzte ich mich auf die Couch im Wohnzimmer, wo ich Kerzen angezündet hatte. Gegen 3 Uhr weckte ich dann meinen Mann, gegen kurz nach 4 Uhr waren wir im Krankenhaus. Der Muttermund war zu diesem Zeitpunkt 8cm geöffnet. Dort ging ich noch etwa eine Stunde in die warme Wanne bis die Presswehen einsetzten. Dann musste ich leider raus in den Kreißsaal. Die Presswehen waren heftig und dauerten zumindest länger als ich es oft von vielen gehört hatte. Mein Mann atmete mit mir, was mir sehr half. Ich habe mich einfach atemtechnisch an ihn „ranhängen“ können, wie ein abgeschlepptes Auto 🙂 . Es war schon ziemlich schmerzhaft und ich kann mir kaum vorstellen, dass es Frauen gibt, die die Wehen in der Endphase lautlos veratmen können. Ich habe schreien müssen- nicht wie am Spieß, aber der Schmerz suchte sich sein Ventil. Damit will ich niemandem Angst machen. So war es einfach. Auch die anderen Frauen in den Kreißsälen waren übrigens gut hörbar. Kurz vor 7 Uhr war meine Kleine (53cm, 3500g) dann da- gesund und munter und obwohl ich übertragen hatte, noch mit Schmiere. Ich fühle unendliche Dankbarkeit, dass alles so komplikationslos verlaufen ist- sowohl die Schwangerschaft als auch die Geburt. Mein Mann sagt mir immer wieder, ich sei für ihn die schönste Frau der Welt gewesen bei der Entbindung. Das bezweifle ich etwas, aber es ist ganz wundervoll, dass er mir so etwas sagt.
    Ich wünsche euch für die Zukunft alles Liebe und alles Glück der Welt und danke für das Teilen deiner Erfahrungen!

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    • Franzi von www.einfachegeburt.de schreibt:

      Liebe Miriam,
      ganz herzlichen Dank für deine wundervollen Worte und den wirklich schönen Geburtsbericht. Ich freue mich von Herzen, dass mein Blog dich begleitet hat. Die Geburt ist und bleibt ein so einmaliges Ereignis und ich möchte es (genauso wie es gelaufen ist) nicht missen. So riesig groß die Erfahrung auch war, wenn man nach ein paar Wochen zurück blickt, wirkt es doch auch gleichzeitig so klein und kurz im Vergleich zu dem, was danach beginnt – eine wundervolle Reise als Mama.

      Für mich fühlt es sich tatsächlich so an, dass in diesen Stunden nicht nur mein Baby, sondern auch ich als Mama neu geboren wurde 🙂

      Ich wünsche auch dir und deiner Kleinen von Herzen alles Liebe und Glück der Welt!

      Deine Franzi

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