Bild

Meine Geburtsvorbereitungen (Teil 3): Osteopathie, Akupunktur und ne Menge Öl

Wer auf der Suche nach Ideen zur Geburtsvorbereitung ist, wird eigentlich ziemlich schnell fündig. Das Internet ist voll von Tipps und Ideen, wie man die Geburt am besten vorbereiten kann. Von Himbeerblättertee über Leinsamen bis hin zu Heublumen und Damm-Massage. In diesem Artikel erfährst du, was sich für mich stimmig angefühlt hat und ich berichte dir von einer Sache, die ich auf keiner Liste finden konnte, aber für absolut sinnvoll halte…

Während Atemübungen  und Entspannung für mich schon die ganze Schwangerschaft über wichtige Bestandteile zur Geburtsvorbereitung sind, gibt es ein paar Vorbereitungen, die ich erst in den letzten Wochen der Schwangerschaft begonnen habe. Bevor ich diese mit dir teile, kurz noch etwas vorab:

Ich bin der Meinung, dass jede Frau hier für sich ganz individuell schauen sollte, was für sie passt und was eben auch nicht. Bücher, Blogs und das Internet können gute Inspirationen liefern. Was am Ende aber ganz individuell zu mir passt, kann ich nur für mich entscheiden. Ich habe beispielsweise auf jeder Ratgeberseite gelesen, dass ich unbedingt Himbeerblättertee trinken sollte und auch meine Hebamme hat mir dazu geraten. Das macht den Beckenboden schön locker und regt den Geburtsprozess an. Klang soweit erst einmal gut. Ich habe von einer Freundin direkt auch die entsprechenden Himbeerblätter bekommen. Bei der ersten Tasse habe ich jedoch gemerkt, dass das nichts für mich ist. Es hat nicht mal schlecht geschmeckt, es war einfach ein Gefühl. Mein Körper hat „NEIN!“ gesagt – übrigens hat er das auch zu Leinsamen gesagt. Also habe ich es gelassen (Ich habe es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal probiert, vielleicht war es einfach zu früh, aber es blieb beim Nein) und mich auf die anderen Dinge konzentriert, die sich für mich stimmig angefühlt haben 🙂 Ich möchte meine Vorbereitungen gern mir dir teilen und dich einladen einfach mal zu lesen und in dich einzufühlen, ob vielleicht etwas dabei ist, was sich für dich stimmig anfühlt.



Osteopathie: Steht auf keiner Liste, kann ich aber absolut empfehlen

Ich bin schon seit einigen Jahren ein großer Freund von osteopathischen Behandlungen und ich gönne mir mehrmals im Jahr ein paar Sitzungen, egal ob mein Körper gerade akute Anzeichen zeigt oder nicht. Für mich ist das eine richtig gute Möglichkeit, um ins Gleichgewicht zu kommen und meinem Körper etwas Gutes zu tun.

Als ich vor einigen Wochen Ischias-Schmerzen bekam (mein kleines Bauchwunder war direkt auf den Nerv gerutscht), kam mir die Idee zum Osteopathen zu gehen. Weniger aus dem Grund, den Schmerz zu beseitigen (wenn der Nerv durch das Baby eingeklemmt ist, gibt es keine Wundermittelchen), sondern eher, um die Schieflage im Körper durch meinen äußerst attraktiven Watschelgang zu korrigieren.

osteopathieAls ich da so auf der Liege lag kam mir eine Idee: Egal, ob akute Schmerzen oder nicht, es macht absolut Sinn, vor der Geburt ein oder zwei Sitzungen beim Osteopathen zu buchen, um den Körper in das größtmögliche Gleichgewicht für die Geburt zu bringen und eventuelle Schieflagen im Becken zu korrigieren.

So verabredete ich direkt einen weiteren Termin für die 39. Schwangerschaftswoche. Mein kleiner Schatz ist Gott sei dank nach über drei Wochen Ischiasbeschwerden noch weiter ins Becken gerutscht, so dass ich wieder schmerzfrei bin und mich der zweiten Sitzung komplett ohne akute Schmerzquelle hingeben konnte. Wir haben mein Becken mobilisiert, den Beckenboden gelockert sowie alle (minimalen) Schieflagen im Rücken korrigiert. Es war einfach herrlich und mein Körper lag eine ganze Stunde lang ganz entspannt und mit weichem Bauch auf dem Rücken. Das ist eigentlich nicht mehr möglich bei mir, weil es zu unbequem ist – ein Zeichen, dass mir die Behandlung unheimlich gut getan hat. Ich bin der Überzeugung, dass diese Art der Behandlung (wenn man sich darauf einlassen kann) eine richtig gute Vorbereitung für die Geburt ist und mögliche (körperliche) Blockaden so vorab gelöst werden können.

Kleiner Tipp: Schau am besten mal bei deiner Krankenkasse nach. Eine Behandlungseinheit kostet im Schnitt zwischen 60 und 80 Euro und wird von einigen Krankenkassen bezuschusst. 



Akupunktur: Kleine Nadeln mit großer Wirkung

Diesen Tipp findest du auf vielen Schwangerschaftsblogs und verschiedenen Internetseiten. Als ich von der Akupunkturmethode erfahren habe war direkt klar: Das muss ich einfach ausprobieren. Ich liebe alternative Behandlungsmethoden. Da ich keine Expertin für Akupunktur bin, beschreibe ich dir einfach kurz mit meinen Worten, was bei mir gemacht wurde. Das detaillierte Verfahren kannst du einfach googeln und auch bei jeder Hebamme erfragen.

img_1395Ich habe in der 36. Schwangerschaftswoche mit der Akupunktur begonnen und bereits drei Sitzungen (eine pro Woche) gehabt. In den ersten beiden Sitzungen hat mir die Hebamme je drei Nadeln pro Bein knieabwärts an bestimmte Energiepunkte gesetzt. Mein kleines Bauchwunder hat jedes Mal mit großer Freude und ordentlich Rambazamba reagiert. Die Hebamme hat mir erklärt, dass die Nadeln dafür sorgen, dass der gesamte Energiefluss im Körper unterstützt wird und sich das wiederum positiv auf die erste Geburtsphase (Öffnungs- und Verkürzungsphase) auswirkt. Im dritten Termin (38. Schwangerschaftswoche) kam dann eine vierte Nadel im kleinen Zeh hinzu. Diese soll genau den Energiepunkt anregen, der dem Baby das Signal gibt, dass es jetzt losgehen darf. Sollte der kleine Schatz noch so lange im Bauch bleiben, folgt Ende der 39. Schwangerschaftswoche eine vierte Sitzung.

Seit meinem ersten Akupunkturtermin spüre ich deutlich, wie mein Becken immer lockerer und offener wird. Es fühlt sich so an, dass alles ganz weich wird und ich bin mal gespannt, welche Auswirkungen dies auf den Geburtsprozess haben wird.

Kleiner Tipp: Eigentlich bietet jede Hebamme solche Akupunktursitzungen an. Da ich im Krankenhaus ohne Beleghebamme mein Baby zur Welt bringen möchte, habe ich die Termine direkt dort im Kreissaal vereinbart. Das hat den Vorteil, dass ich mittlerweile viele Hebammen dort kenne. Insgesamt war ich inklusive Geburtsvorbereitungskurs und Aufnahmegespräch bereits fünfmal im Kreissaal, fühle mich dort schon richtig vertraut und habe auch alle Phasen von ruhig bis extrem hektisch erlebt. Das hat mir geholfen, mich mental total auf den Geburtsort einzustellen.


Damm-Massage: Ziemlich unbequem, aber wirksam

Eine Freundin hat mir direkt am Anfang meiner Schwangerschaft von der Damm-Massage berichtet und mir empfohlen, mich mit diesem Thema rechtzeitig auseinander zu setzen. Irgendwie klang das ganze auch ziemlich logisch: Wenn man den Damm mit Öl regelmäßig massiert und weitet, dann wirkt sich das positiv im Geburtsprozess aus und minimiert die Gefahr, dass der Damm reißen kann, bzw. eingeschnitten werden muss.

Ich nutze für diese Massage das Öl von Weleda (jedem Öl liegt eine genaue Gebrauchsanweisung bei) und haben ein kleines Ritual für diese Massage kreiert. Ich mache mir immer meine Entspannungsmusik an, die ich auch mit in den Kreissaal nehmen werde und mach es mir so gemütlich wie es nur geht. Ehrlicherweise finde ich die Massage immer anstrengender, je größer der Babybauch wird – aber ich merke deutliche Erfolge. Auch hier spüre ich, wie alles immer lockerer, weiter und entspannter wird. Seit der 38. Woche kombiniere ich die Massage mit dem Heublumendampfbad (siehe weiter unten). Meine Lieblingsbeschäftigung wird diese Massage nicht, dazu ist sie mir einfach zu unbequem. Ich kann mir trotzdem gut vorstellen, dass sie eine positive Wirkung für die Geburtsphase hat.


Heublumendampfbad: Der Beckenboden sagt „Danke!“

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mein erstes Heublumendampfbad so eine coole Erfahrung war, dass ich jedem empfehlen kann, es einfach mal zu testen. Die getrockneten Heublumen gießt man einfach mit Wasser in einem Topf auf, stellt diesen dann in die Toilette und setzt sich 10 Minuten drauf. Ein echt ulkiges, aber angenehmes Gefühl. Wie Inhalieren, nur eben mit dem Hintern 😉

heublumenIch habe dir ja vorhin von meinem Bauchgefühl bei den Himbeerblättern erzählt. Dieses Bauchgefühl ging auch direkt beim Heublumendampfbad an, allerdings in die positive Richtung. Empfohlen wird ein Dampfbad pro Woche in der 38. bis 40. Schwangerschaftswoche und nach dem errechneten Termin so oft man möchte. Mein Gefühl hat mir direkt gesagt: „Das machen wir jetzt jeden Tag!“ Da ich tatsächlich immer auf mein Gefühl höre, wenn ich es so klar wahrnehme, habe ich also schon einige Heubäder hinter mir und die Wirkung (bei mir) ist echt erstaunlich. Der Beckenboden wird so weich und geschmeidig, dass ich ihn das erste Mal in meinem Leben richtig deutlich spüren kann (nicht nur bei Beckenbodenübungen).


Ob und wie all diese Vorbereitungen am Ende wirken, kann ich natürlich erst nach der Geburt sagen und ich werde auf jeden Fall noch einen Nachklapp zu diesem Artikel schreiben. Die wichtigste Botschaft für mich ist jedoch: Höre auf deinen Körper, er sagt dir genau, was er braucht. Wenn du Empfehlungen und Tipps liest (vielleicht ja direkt bei diesem Artikel) oder von deiner Hebamme hörst, hör einfach mal in dich hinein, was dein Körper dazu sagt. Er weiß die Antwort… Immer 🙂

Geplant habe ich noch einen weiteren Beitrag vor dem errechneten Termin – mal sehen, ob es klappt 🙂
Deine Franzi

Franzi Foto Blogposts             FamilyBlogs by windeln.de

Follow my blog with Bloglovin

 

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s