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11 Tage vorm errechneten Termin: Meine Ärztin möchte einleiten…

Egal ob überraschend, ungeplant, schockierend oder schön. Auf diesem Blog möchte ich mit euch teilen und authentisch festhalten, was ich auf dem Weg zur Geburt meines Babys erlebe. Das wird uns (dir und mir) die Möglichkeit geben, nach der Geburt gemeinsam zu reflektieren. Bei meinem Ultraschalltermin heute hat mir meine Ärztin empfohlen, dass wir die Wehen jetzt schon (elf Tage vor dem errechneten Termin) einleiten, oder besser gleich noch einen Kaiserschnitt planen sollten. Was die Gründe hierfür sind und wie ich mich entschieden habe, liest du in diesem Artikel…

Vom Vertrauen und Misstrauen in Ärzte

Gleich einmal vorweg: Dieser Artikel soll keine allgemeine Verurteilung aller Ärzte werden. Ich bin mir sicher, dass es ganz viele wunderbare Ärzte in Praxen und Kliniken gibt, die jeden Tag einen wundervollen Job machen. Ich übe mich eher viel mehr darin, Vertrauen aufzubauen. Ich habe nämlich gemerkt, dass ich durch meine ganzen  Geburtsvorbereitungen nicht nur großes Vertrauen in mich selbst, sondern gleichzeitig auch ein gewisses Misstrauen gegen Ärzte aufgebaut habe. Das war mir gar nicht wirklich bewusst und ist natürlich nicht Sinn der Sache. Ich habe mich schließlich ganz bewusst für eine Geburt im Krankenhaus entschieden.

Ich möchte dir an dieser Stelle einen wirklich tollen und konstruktiven Artikel empfehlen, der mir geholfen hat, mein Misstrauen zu erkennen und zu beheben. Gleichzeitig ist mir aber auch wichtig authentisch zu berichten, was ich so erlebe. Bitte beachte, dass dies nur mein Erlebnis mit meiner Ärztin ist 🙂 Der Artikel hat also nicht die Botschaft: Höre nicht auf den Ratschlag deines Arztes. Vielmehr ist die Botschaft: Höre dir an, was dein Arzt/deine Ärztin sagt und dann höre in dich hinein. Beides zusammen ergibt genau das, was für dich und deine Situation das Richtige ist.

Fingerspitzengefühl entscheidet über das Gewicht des Babys

Ich war also heute beim Ultraschalltermin und dabei habe ich folgende sachliche Infos erhalten: Fruchtwasser ist gut, wird aber weniger – das sei normal. Versorgung durch Plazenta und Nabelschnur ist hervorragend – also auch alles toll. Dann ging es wieder zum Baby-Vermessen. Ich habe relativ früh in der Schwangerschaft gelesen (verschiedene Hebammen haben mir das dann auch bestätigt), dass es bei diesen Messungen zu großen Abweichungen (von +/- 0,5kg-1kg!!!) kommen kann.

ultraschall_fotoIst irgendwie ja auch logisch, wenn es einzig und allein auf das Fingerspitzengefühl der Ärztin/des Arztes ankommt und bereits ein Millimeter mehr oder weniger auf dem Gerät am Ende bis zu mehreren hundert Gramm Gewichtsunterschied bedeuten kann. Mein kleiner Schatz wurde heute in der 39.Schwangerschaftswoche (38+3) auf 4300 Gramm gemessen.

Ich bin bereits daran gewöhnt, dass meine Ärztin an dieser Stelle jedes Mal kurz aus den Wolken fällt und dann ganz erstaunt fragt, wie groß ich denn sei. Nachdem sie (heute mindestens zum 6. Mal) gehört hat, dass ich fast 1,80 bin und mein Mann noch einmal 10 cm größer ist als ich, beruhigen sich alle im Raum wieder und finden das ganz plötzlich normal.

Wehen einleiten und am liebsten gleich den Kaiserschnitt planen

sprechblasenSo war es auch heute, nur gab es (im Gegensatz zu sonst) im Anschluss einen kleinen Vortrag, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Meine Ärztin fing auf einmal an mir zu erklären, dass der Kleine ganz schön groß sei und sie mir eine Einleitung der Wehen empfehlen würde. Ich müsse bedenken, dass er jetzt von Woche zu Woche noch 150 Gramm zunimmt. Es kann sogar sein, dass wir lieber einen Kaiserschnitt planen sollten für den errechnetem Termin, weil alles über 4500 Gramm ganz schön herausfordernd sei für die Geburt. AHA! Ich habe mich dafür entschieden, sie einfach erstmal reden zu lassen und ihr zuzuhören. Gleichzeitig lauschte ich in mich hinein und wartete darauf, dass sich eine kleine Panik, Unwohlsein oder wenigstens ein bisschen Stress einstellte. Aber es kam nichts. Gar nichts. Auch nach fünf Minuten „Wehen einleiten oder besser direkt Kaiserschnitt planen„-Vortrag… NICHTS.

Ich vertraue mir, meinem Körper und meinem Baby

Während sie so sprach, hörte ich ganz tief in mich hinein und fühlte einfach nur ein total angenehmes Vertrauen in meinen Körper und mein Baby. Es war bestens versorgt, hatte (vorher bei der Hebamme) ein „Traum CTG“ wie sie sagte und ich muss dazu sagen, dass nicht nur meine Hebamme, sondern auch meine Intuition mir seit einigen Wochen immer wieder sagt, dass mein kleiner Schatz ein paar Tage früher kommen wird. Körperlich spüre ich seit zwei Wochen, dass alles immer weicher und offener wird, auch der Ischias hat sich entspannt und ich kann wieder schmerzfrei laufen. Mein Körper übt sehr regelmäßig die Wellen und ich merke einfach, dass alles in Bewegung ist – eben so, wie es sein sollte.

Auch heute habe ich wieder deutlich gespürt, dass ich mir keine Sorgen machen brauche. Egal wie schwer mein Kleiner am Ende ist (meine Hebamme schätzt ihn übrigens auf 3800 Gramm weil sie tastet, dass er lang, aber nicht so kompakt ist), habe ich nicht das Gefühl, dass einer natürlichen Geburt etwas im Wege steht. Um mich hier noch einmal zu versichern, habe ich mir noch ein paar andere Meinungen von Hebammen eingeholt und sie um ihre Erfahrungsberichte gebeten.

Meine Entscheidung war bereits gefallen, wurde zudem aber noch einmal durch die Meinungen der anderen Hebammen bestätigt: Ich lasse mich nicht verunsichern und auch nicht verrückt machen. Sollte es wirklich so sein, dass der Kleine so lange drin bleibt, dass er zu schwer für eine natürliche Geburt ist, dann ist auch ein Kaiserschnitt total ok. Es gibt keinen Grund es nicht mit einer natürlichen Geburt zu versuchen. Ich bin offen für alles, was der Geburtsprozess so mit sich bringt. Aber das werde ich eben erst sehen, wenn es soweit ist. Ich werde mich nicht direkt von vornherein für eine medizinische Lösung entscheiden, da einfach keine Notwendigkeit besteht. Mir ist heute noch einmal richtig bewusst geworden wie wichtig es ist, dass ich selber klar bin und bleibe. Ich möchte und werde mich nicht von außen verrückt machen lassen 🙂

Meine Ärztin möchte mich übrigens am errechneten Termin wiedersehen. Als ich mich verabschiedet habe, sagte ich zu ihr beim Rausgehen: „Alles klar. Dazu wird es aber nicht mehr kommen, denn dann ist der kleine Schatz schon da.“. Mal sehen wer Recht behält 😉 Ich teile das wie versprochen ehrlich mit euch nach der Geburt.

Alles Liebe,
Deine Franzi

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Ein Gedanke zu “11 Tage vorm errechneten Termin: Meine Ärztin möchte einleiten…

  1. Birgit schreibt:

    Ja,das kenne ich. Mein Kleiner wurde auch auf über 4 kg geschätzt. Der Kopf sollte zu groß für „den Ausgang“ sein und eine Woche vor Termin gab es keine Wehentätigkeit auf dem Monitor und überhaupt lag er noch viel zu weit oben……Es würde also keine normale Geburt werden….tippte meine Ärztin. Meine Hebamme vom Geburtshaus (die ich beim Verlassen der Arztpraxis gleich angerufen habe) hat mich ne Stunde später beim Treffen wieder geerdet. Ich habe 6 Tage später kein CTG mehr machen lassen,da mein kleiner Schatz da immer direkt durch meine BauchDecke wollte. Und siehe da: Am Tag nach dem errechneten Termin kam mein Kleiner nach knapp 8h Wehentätigkeit im Hebammenhaus auf die Welt. 4h später war ich mit einem quietschfidelen kleinen Jungen zuhause….Der übrigen 3.300g wog….

    Hört in euch rein, liebe werdende Mamas und vertraut euren Hebammen und eurem Körper. Euer Körper und das Baby wissen,wies geht. 😉

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