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Geburtsberichte mit Herz: Wie Loslassen und Geduld das Wunder ermöglichen

Ich freue mich, einen weiteren Geburtsbericht mit euch zu teilen. Dieses Mal lässt uns die liebe Nicole an ihrer Schwangerschaft sowie an der Geburt von ihrem kleinen Lion teilhaben. Ich danke dir von ganzem Herzen liebe Nicole. Deine Geschichte hat mich total berührt und gibt mir so viel Sicherheit und Vertrauen für meine eigene Geburt…

„Lion ist am 7. Februar 2012 ganz sanft und ruhig im Wasser geboren worden. Es war eine wunderschöne kraftvolle Geburt. Ich würde es jederzeit wieder tun, wenn es nur das Gebären wäre.“

Nicoles Geschichte: Drei Kinder und eine Herzensberufung

„Lion ist unser Nachzügler, die ersten drei Kinder habe ich innerhalb von drei Jahren und drei Monate geboren. Entweder war ich schwanger oder ich stillte. Gewisse Menschen haben mich in dieser Zeit immer schwanger gesehen und meinten ob ich dauerschwanger bin. Ich wollte diese Abstände bewusst so. Auch ein viertes Kind war in Planung, da es jedoch nicht gleich geklappt hat und wir schon drei gesunde Kinder hatten. Haben wir uns entschieden es bleibt bei drei Kids. 

Und so widmete ich mich meiner Berufung und entschied mich, im Bereich Geburtsvorbereitung ausbilden zu lassen. Ich fand die Erfüllung in meiner Selbständigkeit als Mental Coach im Bereich Geburtsvorbereitung und unerfüllten Kinderwunsch. Je mehr Zeit verging, umso mehr konnte ich mich damit abfinden, dass es genau gut so ist, wie es ist. Ich hatte wieder meine Freiheiten. Die Kids gingen jeden Morgen zur Schule und ich konnte meiner liebsten Arbeit nachgehen, dem Coaching.“ 

Die vierte, ganz bewusste Schwangerschaft

„Bis im besagten Juni 2011. Ich glaubte meine Augen lügen mich an, als ich den positiven Schwangerschaftstest vor mir sah! Ich und schwanger, unmöglich. Das war absolut der falsche Zeitpunkt,(gibt`s den richtigen Zeitpunkt überhaupt?). Jetzt hatte ich keine Zeit mehr für ein Baby. Wieder von vorne anfangen, mit zehn Jahren unterschied zum Ältesten und sieben Jahre unterschied zum Jüngsten. Genau so, wie ich es nie wollte. Ja, ja,… ich weiss sag niemals nie. Bestellt war er ja. Darum passt auf was ihr bestellt im Universum.

Nach dem ersten großen Schock freuten wir uns sehr auf unseren kleinen Prinzen. Und im Nachhinein wars genau der richtige Zeitpunkt. Denn in der Zwischenzeit habe ich so vieles gelernt und all dies konnte ich jetzt selber anwenden. Ich erlebte diese Schwangerschaft viel bewusster. Habe mit ihm vom ersten Schwangerschaftstag kommuniziert. Die neun Monate genutzt um das kleine Wesen kennen zu lernen.

Ich freute mich riesig auf die Geburt. Ab und zu machte ich mir aber auch Druck: Ich, die erzähle und unterrichte wie schön gebären ist, was für ein tolles Erlebnis es sein kann etc. und es dann selber nicht schaffen würde, wie peinlich! Von dem Moment an, als ich mir gesagt habe „So wie es kommt so kommt es gut und ist es richtig für alle Beteiligten. Ich bin offen für jede Wende der Geburt.“, nahm ich mir den Druck.“

Die Geburt

„7. Februar 2012: Im Tiefschlaf um Mitternacht wurde ich überrascht mit einem nassen warmen Bett. Nein, ich hab nicht ins Bett gepinkelt, es war der Blasensprung. Wow das hatte ich bis jetzt noch nie erlebt, alle anderen Geburten haben immer mit regelmässigen Wehen/ Wellen begonnen. 

Der ersehnte Startschuss und plötzlich änderten sich meine Gefühle. Grosse Freude, jetzt geht’s endlich los und zugleich

… Trauer und Wehmut: Ich werde nie mehr schwanger sein.

… Trauer und Wehmut: Es wird meine allerletzte Geburt sein.

… Trauer und Wehmut: Ich muss mein Baby loslassen aus unserer Symbiose.

Mit diesen ambivalenten Gefühlen hatte ich absolut nicht gerechnet, ich wurde überrumpelt. In diesem Moment wurde mir klar, wie relevant das Thema loslassen beim Gebären wirklich ist. Die Hebamme wurde sofort über den Blasensprung benachrichtigt. Wir haben vereinbart, dass ich wieder ins Bett hüpfe (es war eher ein Plumpsen) und so lange versuche zu schlafen, bis es wirklich losgeht. Sofern sie nichts mehr von mir hört, käme sie am Morgen zur Kontrolle vorbei. 

Die ganze Nacht verbrachte ich entspannt im Halbschlaf im Bett. Ab und zu bemerkte ich, dass mein Körper arbeitet. Wie vereinbart kam morgens um 8.30 Uhr Regula, meine Hebamme, zur Kontrolle vorbei. Was für eine Freude: Im Halbschlaf ohne etwas zu tun, öffnete sich mein Muttermund vier Zentimeter. Ich war happy und dankbar. Regula verabreichte mir homöopathische Kügeli und sofern sich nichts weiter tut am Morgen, müsse ich Rizinus Öl einnehmen. Denn unser Prinz sollte an diesem Tag noch auf die Welt kommen. 

Und nun hiess es warten und Geduld haben. Den ganzen Morgen tat sich natürlich nichts, es war wie verhext. Ich nahm schön brav im besagten Abstand meine Kügeli, ab und zu mal ein Zwicken, aber das war schon alles. Nach dem gemütlichen Mittagessen und dem Rizinuscocktail um 13.00 Uhr wurde ich langsam unruhig und fragte mich, was muss ich noch tun, damit die Geburt in Schwung kommt?  Und so beschloss ich, für uns ein Abschiedsritual zu machen. Unter Tränen, schrieb ich uns beiden einen Brief, verabschiedete mich wehmütig, offiziell von meiner Schwangerschaft. Danach fühlte ich mich viel leichter und befreiter und war wirklich bereit zu gebären, mein Baby loszulassen.

Um 15.00 Uhr hatte ich das Bedürfnis mich zurückzuziehen und ging in meinen Praxisraum. Langsam machten sich regelmässige Wellen bemerkbar. Ich freute mich über jede Welle und war so dankbar wie gut mein Körper arbeitet. Ich rief Regula an, um ihr mitzuteilen, dass sich was tut. Mein Mann kam um 16.00 Uhr nach Hause, um mich mit seiner Anwesenheit zu unterstützen. Das hat mir vollkommen gereicht, mehr brauchte ich nicht. Die Wellen wurden mittlerweile intensiver und ich konzentrierte mich auf meine Atmung. Richtet den Fokus auf mich und mein Baby. Es war ein wunderschönes Gefühl, gemeinsam als Team den Weg der Geburt zu gehen. Die Wellen als Freund anzunehmen, und zu wissen, dass wir schon bald unser Baby in die Arme schliessen können.

Um 16.30 Uhr traf die Hebamme ein und machte den Geburtspool bereit. Um 17.10 machte ich es mir im Pool bequem. Es war herrlich angenehm und ich konnte mich wunderbar entspannen. Regula fragte mich: «Soll ich dich untersuchen?» Mir wars egal, wie weit ich im Geburtsprozess war. Nach meinem Empfinden war ich noch nirgends, hab ja noch fast nichts gespürt, somit muss es noch ein paar Stunden dauern.

Keine fünf Minuten später, hatte ich den Drang zu schieben. Meine Atmung veränderte sich. Oh lala, eine weitere Überraschung, das konnte doch nicht sein, bis jetzt hatte ich ja noch nicht wirklich was gespürt… Wenn die Wellen kamen spürte ich einen Druck,… ein Ziehen, aber nie Schmerzen. Doch Regula bestätigte:» du bist vollkommen eröffnet, ich sehe schon das Köpfchen.

17.30: Eine riesige Kraft durchfuhr meinem Körper. Ich erschrak zuerst über diese gewaltige Urkraft. Nachdem Regula mich ermutigte, ich dürfe schieben es geht nicht mehr lange, nahm ich die Kraft an und arbeitet mit ihr. Nach weiteren drei stürmischen, anstrengenden Wellen, wurde Lion in Liebe sanft geboren. 

Die Geburt war kein Spaziergang. Oh nein, es war anstrengend. Lion pflutschte nicht einfach so aus mir raus, ich musste schon was dafür tun. Gleichzeitig war es eine wunderschöne, gewaltige, einschneidende Erfahrung. Ich bin glücklich und dankbar, dass ich die Geburt schmerzfrei und kraftvoll erleben durfte.“ 


 

Hast du auch einen Herzensgeburtsbericht, den du mit uns teilen möchtest? Oder kennst jemanden, der eine selbstbestimmte Geburt erleben durfte? Schreib mir gern.
Alles Liebe,
Deine Franzi

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