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Autsch: Doch Schmerzen?

Es kam relativ schnell. Von jetzt auf gleich. Autsch. Was mit einem leichten Ziehen begann, entwickelte sich innerhalb von einem halben Tag in handfeste Schmerzen. Ist mein Experiment jetzt gescheitert? Eines habe ich dir versprochen: dieser Blog wird ehrlich, auch wenn Dinge passieren, die ich anders erwartet hatte. Also bitte einmal hier entlang…

Der kleine Mann in meinem Bauch ist vor gut 10 Tagen auf den Ischias gerutscht. Die ersten vier Tage war das intensive Gefühl noch ganz gut auszuhalten, dann allerdings ist es von Tag zu Tag schlimmer geworden. Ich habe es mit Tapen versucht – nichts! Meine Hebamme meinte dann auch noch, Akupunktur oder sonstige Maßnahmen würden nicht mehr viel bringen, da der Kopf des Kleinen direkt auf dem Nerv liegt. Eventuell rutscht er noch etwas weiter ins Becken und damit weg vom Ischias Nerv.

Warum erzähle ich dir das alles? Erst einmal habe ich dir versprochen, dass ich hier ehrlich schreiben werde. Auch wenn Dinge passieren, die ich nicht erwartet hatte. Und an Ischiasschmerzen hatte ich tatsächlich nicht gedacht. Schon gar nicht nach dieser wirklich tollen Schwangerschaft. Ich gebe es zu, ich war erst einmal ganz schön genervt. Ich konnte erst schlechter und dann kaum noch laufen. Auch Nachts wurde es schnell immer unangenehmer und ich wünschte mir einen portablen Kran ins Schlafzimmer, der mir beim Drehen von die ein auf die andere Seite half. Meine Sport- und Yogakurse habe ich erst einmal pausiert und am schlimmsten war für mich, dass ich mit meinem Hund nicht mehr rausgehen konnte. Gott sei Dank habe ich einen wundervollen Mann, der das alles übernimmt. Entgegen aller Online-Google-Meinungen, die ich gefunden hatte, wurde mein Schmerz bei Bewegung nicht besser sondern schlimmer.

Dann kam auf einmal Angst hinzu

Durecell HäschenSoweit so gut. Ich bin relativ offen für alle Dinge, die im Leben so passieren und die sich ändern. Also hatte ich mich schnell damit abgefunden, dass ich jetzt eher sitzend unterwegs bin (ich hatte ja immerhin alles versucht, es zu ändern). Verstanden: Ich sollte einfach nochmal zwanzig Gänge runter schalten und mir noch mehr Ruhe gönnen. Ich muss zugeben, ich gehöre zu den Frauen, die auch Ende des neunten Monats noch Schwierigkeiten haben zu akzeptieren, dass sie nicht mehr wie ein Duracell Häschen durch die Gegend wuseln können. Eine „super“ Übung also.

Doch dann war da auf einmal dieser kleine Gedanke in meinen Kopf. „Was ist, wenn du durch die Schmerzen so verkrampfst, sich deine Muskeln verhärten oder dein Becken sich schief stellt, dass es die Geburt behindern wird? Vielleicht ist das alles nicht mehr möglich, woran du so fest geglaubt hast.“ Kennst du das? Eigentlich bist du total positiv eingestellt, doch so ein kleiner fieser Gedanke schleicht sich immer wieder in deinen Kopf? Ich habe mir wirklich einen Tag lang Sorgen gemacht und hatte Angst. Warum ausgerechnet jetzt und ausgerechnet ich? Hach ja und schon war ich drinnen in meinem kleinen Opferhaltungs-Sumpf…

Gott sei Dank ist mir so eine Gedankensumpf total vertraut und ich hatte in den vergangenen Jahren ziemlich viele Möglichkeiten, den Umgang mit solchen Situationen zu üben. Daran möchte ich dich gern teilhaben, denn vielleicht hast auch du den ein oder anderen Zweifel-Moment (mit oder ohne sichtbarem Auslöser).

Du hast die Wahl. Jeden Tag neu: Wie entscheidest du dich?

possible-953169_1920Ich verspreche dir, ich steige jetzt psychologisch nicht so tief in das ganze Thema ein. Nur soviel: Sowohl meine Coaching-Ausbildung, als auch mein persönlicher spiritueller Weg haben mich in den letzte Jahren total geprägt und geformt. Ich liebe Bücher und Videos von Veit Lindau, Eckhart Tolle, Byron Katie, Gabrielle Bernstein, Sabrina Fox, Rüdiger Dahlke, Oprah Winfrey,  uvm. Ich habe einen Vorschlag an dich. Wenn du dich gerade angesprochen fühlst und für solche „Sumpfmomente“ nach guten Möglichkeiten und Lösungen für dich suchst, schreib mir – ich stehe dir mit Inspirationen zur Seite 🙂

Ich bin jedenfalls für mich der Meinung, dass wir uns jeden Moment neu entscheiden können. Für die Angst, oder eben für die Liebe und das Leben. Als ich da also letzte Woche so mit meinen Angstgedanken saß und sie erkannt habe (das ist der eigentliche Wundermoment, denn wenn wir sie nicht erkennen, können wir sie ja auch nicht ändern), konnte ich für mich neu wählen. Bleibe ich in der Angst? Nein, ich bleibe weiterhin bei meinen Gedanken, dass eine einfache, sanfte und selbstbestimmte Geburt (trotz Ischiasschmerzen) möglich ist. Uns weißt du, was passiert ist? Ich hatte kurze Zeit später die Idee, zum Osteopathen zu gehen. Natürlich war für die nächsten vier Wochen kein Termin mehr frei. Ich bat die Dame am Telefon, sich meine Nummer zu notieren, falls jemand abspringt – sie machte mir nicht viel Hoffnung. Tatsächlich klingelte am nächsten Morgen mein Handy und bereits vier Stunden später lagen mein Ischias und ich auf der Behandlungsliege. Das ist tatsächlich eine Erfahrung, die ich eigentlich immer mache, wenn ich mich aktiv gegen die Angst entscheide. Es kommen Dinge ins Rollen, die mich unterstützen (ok, ich hör schon auf, ich wollte ja nicht so psychologisch und spirituell werden) 🙂

Osteopathie als Unterstützer der natürlichen und sanften Geburt

Die Stunde mit dem Osteopathen war wirklich toll. Wenn du für diese Behandlungsmethode offen bist, kann ich sie dir in jeder Lebenslage wirklich empfehlen. Wir haben schnell festgestellt, dass mein Becken verschoben und etwas verdreht war. Das konnte der Osteopath in nur einer Behandlung direkt wieder korrigieren und mein Körper war wieder gerade und ausgeglichen. Bisher hat es nichts daran geändert, dass der Kopf von meinem kleinen Krümel im Bauch vom Nerv runter gerutscht ist – die Beschwerden und Schmerzen sind noch da. Aber mir hat das Ganze gleich zwei Einsichten gebracht…

… Ich werde vor meinem Geburtstermin noch eine weitere Behandlung beim Osteopathen buchen, um alle eventuellen Schieflagen und Ungleichgewichte (die übrigens auch andere Ursachen haben können) ausgleichen zu lassen und dadurch so gerade und locker wie möglich in den Geburtsprozess zu starten. Meine Angst vor Blockaden und Verkrampfungen wurde dadurch auch für meinen Verstand umgewandelt.

… Ich konnte vollkommen akzeptieren, dass mein Körper und mein Baby auch vor der Geburt genau ihr Tempo und ihren Weg haben. Wenn das Köpfchen also bis zum Schluss auf dem Nerv liegt, dann ist das in Ordnung und ich passe einfach kurzerhand meinen Alltag darauf an. Wenn es doch noch weiter runter und vom Nerv wegrutscht, umso besser. Dann nutze ich die restliche Zeit noch einmal intensiv mit meinem Hund 🙂

Noch eine Erkenntnis: Was Schmerzen mit meinem Atem machen

Eine letzte Beobachtung möchte ich noch mit dir teilen. Ich habe durch die ganze Sache die Möglichkeit bekommen, noch einmal tiefgründig über Schmerzen nachzudenken. Wenn ich hier die ganze Zeit von einer schmerzfreien Geburt ausgehe ist das eigentlich gar nicht so schlecht, sich noch einmal mit dem Gegenteil zu befassen, oder? 🙂

Tatsächlich kann ich für mich sagen, dass ein eingeklemmter oder eingedrückter Nerv Schmerzen bei verschiedenen Bewegungsabläufen hervorruft. Das tut weh und angenehm ist das tatsächlich nicht. Viel spannender waren aber diese Beobachtungen…

… Die Schmerzen sorgen innerhalb von Millisekunden dafür, dass mein Atem sich um 180° dreht. War er im Liegen noch ruhig, tief und entspannt, ist er nach dem stechenden Schmerz beim Aufstehen auf einmal total flach, blockiert und fast wie ohnmächtig. Noch spannender war, dass mir das am Anfang immer erst nach ein paar Minuten auffiel. Ich habe also mehrere Minuten kaum geatmet, was meinem Körper natürlich sämtliche Möglichkeiten genommen hat, muskelwirksam zu arbeiten. Seither konzentriere ich mich wirklich in jeder Sekunde immer erst einmal auf meinen Atem und das erleichtert alle Bewegungsabläufe um ein Vielfaches. Eine gute Übung für die Geburt. Falls du nochmal tiefgründiger zum Thema „Atmen“ lesen möchtest, bitte einmal hier entlang.

… Mein Körper geht innerhalb weniger Stunden in eine absolute Schonhaltung. Das sorgt nicht nur für ein wirklich lustiges Bild von mir beim Laufen, sondern auch dafür, dass die Muskeln es noch schwerer haben und noch schneller verkrampfen. Also ein Kreislauf. Ich beobachte seit 10 Tagen ganz genau, wann mein Körper wie reagiert, unterstütze ihn mit Entspannungsübungen und dann wieder mit ganz viel Atemübungen, um immer wieder aus diesem Kreislauf auszubrechen. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei der Geburt auch zu solchen Situationen kommen kann, in denen ich mich immer wieder ganz bewusst für meinen Körper, meinen Atem und meine Entspannung entscheiden muss. Als Geburtsvorbereitung also eine sehr sinnvolle Übung. Ich werde dir berichten, ob es am Ende etwas gebracht hat.



In einem nächsten Beitrag zeige ich dir meine Entspannungsroutine und meine Geburtsvorbereitungen in diesem Bereich 🙂
Bis dahin alles Liebe,
Deine Franzi

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