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Meine Geburtsvorbereitungen: Erstmal tief durchatmen…

Wenn ich weiß, wie (m)eine Geburt abläuft, bin ich schon auf einem guten Weg. Jetzt kann ich mir überlegen mit welchen natürlichen Maßnahmen ich meine Geburt bestmöglich unterstützen kann. Warum ich hierfür erst einmal tief durchgeatmet habe und warum du das auch direkt beim Lesen tun solltest, erfährst du in diesem Artikel…

Wenn ich mich für eine einzige Maßnahme entscheiden müsste, die ich für meine Geburtsvorbereitung durchführen dürfte, dann wäre es diese hier: ATMEN! Ich verstehe vollkommen, wenn du jetzt gerade denkst:„Na toll. Was für eine super Erkenntnis! Wenn das alles ist, was dieser Blog zu bieten hat, dann ist das ja ziemlich langweilig.“ Den Gedanken kann ich verstehen. Aber bevor du jetzt weg klickst, lass mich dich kurz mit auf meine ganz persönliche Atem-Reise nehmen und wenn du danach noch immer weg klicken möchtest ist das total ok 🙂

Mein Atem hatte es nämlich nicht immer so ganz leicht mit mir. Klar, auch ich habe als Baby bei der Geburt den ersten Atemzug genommen und tue dies seither (Gott sei Dank) automatisch. Ich bin jetzt 28 Jahre alt und muss zugeben, dass ich davon mindestens 24 Jahre so richtig schön unbewusst geatmet habe. Ok, das hat auch Vorteile: Man muss sich keine Gedanken darüber machen, läuft ja sowieso irgendwie. Bis mir dann vor einigen Jahren eine gute Freundin (sie ist professionelle Sprecherin) einmal gespiegelt hat, dass ich einen sehr flachen Atem habe. Sie hat mir dann ihr Atmen gezeigt und es war tatsächlich ein Unterschied wie Tag und Nacht. Puh, da hatte ich ja noch nie drüber nachgedacht und auch nicht drauf geachtet. Aber mir war direkt klar, sie hat Recht. Als ich dann auch noch versucht habe, tiefer zu atmen… naja, erfolgreich war das jedenfalls nicht. Das Gute an der Sache war, mein Atem hatte endlich meine volle Aufmerksamkeit zurück. Wann hast du das letzte Mal ganz bewusst auf deinen Atem geachtet?

Lass uns doch kurz mal ein Experiment machen (wenn du keine Lust darauf hast, lies einfach unten weiter):

  • balloon-1317532Setz dich mal bequem hin und schließe gleich (nachdem du die nächsten Punkte gelesen hast) deine Augen.
  • Jetzt beobachte einfach mal deinen Atem. Wie ist er? Tief oder flach? Langsam oder schnell? Belebend oder unauffällig? Lang oder kurz?
  • Atme jetzt einmal drei Züge lang ganz bewusst richtig tief in den Bauch ein. Stell dir am besten deinen Bauchnabel von Innen dabei vor. Wenn du deine Hände auf den Bauch legst, dann merkst du eine richtig große Bewegung, als würde in dir ein Ballon aufgeblasen werden. Du kannst auch mitzählen. 1…2….3…4…
  • Bleibe bei allen drei Atemzügen mit deiner ganzen Aufmerksamkeit bei deinem Bauchnabel und dem Ballonbild.
  • Atme danach wieder normal und beobachte, was sich verändert hat.

Hast du den Unterschied gespürt? Das war jetzt keine wahnsinnig anspruchsvolle Übung. Du hast gerade nur deine Aufmerksamkeit auf den Atem gelenkt und schon ändert sich dieser binnen weniger Sekunden. Ich habe die letzten Jahre ein bisschen mit Atem-Meditationen und Yoga-Atmung experimentiert und tolle Erfahrungen dabei gesammelt. Ich kann dir also sagen, es lohnt sich – auch ohne Schwangerschaft. Aber nun zurück zum Thema.


Meine Geburtsvorbereitung: Erst einmal tief durchatmen

Nachdem ich mich ausgiebig mit dem Geburtsverlauf beschäftigt habe und vor allem durch mein Hypnobirthing-Buch am Anfang der Schwangerschaft inspiriert wurde, war mir klar: Meine Atmung kann einer der Schlüssel für (m)eine einfache und sanfte Geburt sein.

Atmung entspannt und Atmung unterstützt

Um mein Baby und meinen Körper bei der Geburt bestmöglich mit Sauerstoff und Kraft unterstützen zu können gibt es verschiedene Atemtechniken, die ich einsetzen möchte. Kompliziert wird es nicht, versprochen. Für mich ist wichtig, dass ich in der Öffnungs- und Verkürzungsphase, der Geburtsphase und der Verbindungsphase (falls du dir die Phasen noch einmal ins Gedächtnis rufen möchtest, klicke hier) meinen Atem so einsetze, dass ich zum einen entspannen und Kraft tanken kann und zum anderen bestmöglich unterstützend mitwirke. Das bedeutet vor allen Dingen, dass ICH die Atmung leite und niemand anderes im Raum mir vorgibt, wie ich atmen soll. Lasst uns einmal kurz auf die einzelnen Phasen schauen:

  1. Wellenatmung in der Öffnung- und Verkürzungsphase
    Wir erinnern uns, dass es in dieser Phase darum geht, den Muttermund zu öffnen und den Gebärmutterhals zu verkürzen. Dadurch gelangt unser Baby in Richtung Becken und Ausgang. Die Wellen (Wehen) werden in dieser Phase immer intensiver und länger. Deshalb möchte ich hier mit einer kräftigen, langen und ausdauernden Atmung die dabei Wellen unterstützen, ihre Arbeit bestmöglich zu verrichten.
    Übung: Ähnlich wie bei unserer kleinen Übung oben geht es hier darum, den Bauch so weit wie möglich zu weiten. Ist stelle mir also einen Ballon vor und zähle dabei soweit ich kann. Mir persönlich ist nicht wichtig, wie weit ich in den ersten Atemzügen zählen kann. Ich habe beim Üben die Erfahrung gemacht, dass ich immer ein Stückchen weiter komme, je mehr ich diese Atmung hintereinander anwende. Alles andere (bis zu einer bestimmten Zahl zählen zu müssen, wie es Bücher vorschlagen) setzt mich unter Druck und genau das möchte ich ja vermeiden. Mein Motto: „Alles kann, nichts muss. Aber das was kann, das muss!“ 🙂 Beim Ausatmen visualisiere ich dann die Abwärtsbewegung aus dem Bauch Richtung Beckenöffnung und stelle mir eine Schüssel vor, in die mein Baby sanft gleitet. Diese Übung führe ich so oft durch, wie ich kann. Meistens morgens und/oder abends im Bett und immer dann, wenn ich eine Übungswelle spüre.
  2. Geburtsatmung in der Geburtsphase
    Das Wichtigste gleich vorab: Geburtsatmung bedeutet für mich nicht PRESSEN und auch nicht HECHELN, sondern eine bewusste und konzentrierte Atmung für mein Baby und meinen Körper. Ich habe die Hebamme in meinem Geburtsvorbereitungskurs übrigens gefragt, ob man unbedingt pressen muss. Ich hatte es hundertfach so gehört und auch sie hatte es kurz zuvor so beschrieben, dass es total wichtig und unumgänglich sei. Auf meine Frage kam dann zögerlich: „Nein, naja also pressen muss man eigentlich nicht. Es ist aber für mich als Hebamme einfacher.“ Aha. Da es für mich aber um mich und nicht um die Hebamme geht, hab ich meine Antwort schnell gefunden: Pressen werde ich nicht, falls mein Körper mir nicht ganz klare Signale hierzu sendet. Ich habe mehrfach gelesen, dass es die natürliche Bewegung meines Babys behindert und meinem Körper viel zu viel Energie raubt. Ich werde euch im Nachhinein ehrlich berichten, ob ich es auch so erlebt habe 🙂
    Übung: Die Atemzüge sind kurz, kräftig und nach unten gerichtet. Dabei stelle ich mir den Buchstaben J vor, der hinten im Rachen beginnt, durch den Bauch und den Geburtskanal abwärts im Bogen dann durch die Beckenöffnung nach Außen geht. Das kann man vorab wunderbar bei Verdauungsstörungen üben (endlich haben sie einen Sinn!). Ich kann euch schon jetzt berichten, dass es bei krampfhaften Schmerzen, die durch eine zu schnelle Verdauung ausgelöst werden hilft, diese Atmung zu üben. Hierbei habe ich übrigens auch meinen ersten „Beweis“ für mich gesammelt, dass das alles funktionieren kann. Dank dieser Atmung waren die Schmerzen, welche sonst über Minuten andauern, nämlich innerhalb von Sekunden weg und der Verdauungsvorgang war viel sanfter und natürlicher als sonst. Probiert es mal aus 😉
  3. Ruheatmung – Kraft und Energie tanken
    Zwischen den Wellen gibt es in jeder Geburtsphase die Abstände, in denen wir uns (kurz) ausruhen können. Auch hier möchte ich mit bewusster Atmung unterstützen, um soviel Kraft und Energie wie möglich für die nächste Welle zu tanken und mein Baby sowie alle Muskeln im Körper bestmöglich mit Sauerstoff zu versorgen.
    Übung: Diese Übung ist ganz einfach. Ich atme langsam, ruhig und sanft ein und zähle dabei bis vier. Beim langsamen Ausatmen lasse ich ganz bewusst Anspannungen in den Schultern los. Die Aufmerksamkeit ist dabei die ganze Zeit in meinem Bauch bei meinem Baby. Diese Atmung übe ich so oft es geht. Wie fühlen sich deine Schultern gerade an. Kann es sein, dass du sie ein bisschen hochziehst? Lass mal bewusst los 🙂 Hat funktioniert, stimmt´s?
  4. Verbindungsatmung – Ein neues Leben beginnt
    Hier gibt es eigentlich keine extra Methode, aber ich möchte die Phase trotzdem einzeln mit aufnehmen. Wenn mein Baby den ersten Atemzug nehmen wird möchte ich es mit Sauerstoff aus der Nabelschnur so lange unterstützen, bis diese aufgehört hat zu pulsieren. Ich möchte während dieser Zeit ganz bewusst in die Ruheatmung gehen und mich dem Rhythmus meines Babys anpassen. Das entspannt uns beide sicher am meisten.

Üben… üben… üben…

Wir kennen es aus der Schule, dem Sportverein oder anderen Hobbys. Wenn wir etwas nicht nur richtig gut, sondern auch erfolgreich  machen wollen, dann ist Üben angesagt. Wie schon im letzten Beitrag beschrieben würden wir ja auch keine Klausur schreiben oder an einem Wettkampf teilnehmen, wenn wir vorher nicht geübt hätten. Wenn du also auch gerade schwanger bist und dich auf die Geburt vorbereiten möchtest, probiere die Atemtechniken doch einfach mal aus und berichte mir, was du dabei für Erfahrungen sammeln könntest. Bitte bekomm jetzt keine Panik, wenn du schon in der Mitte oder am Ende deiner Schwangerschaft bist. Eine gute Freundin von mir hat erst zwei Wochen vor ihrer Geburt von den Atemtechniken erfahren, diese ein bisschen geübt und es hat einen himmelweiten Unterschied in ihrem Geburtsverlauf gebracht – selbst die Hebamme hat sie gelobt 🙂

Also noch einmal tief durchatmen und dann bis zum nächsten Artikel 🙂
Alles Liebe,
Deine Franzi

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Ein Gedanke zu “Meine Geburtsvorbereitungen: Erstmal tief durchatmen…

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